Deutscher Dialogpreis 2025

Unser Land ist geprägt von kultureller, religiöser und ethnischer Vielfalt. Diese Vielfalt ist eine Bereicherung – und zugleich eine Herausforderung. Den aktiven Dialog zu führen und Räume des Austauschs zu schaffen ist essenziell, um Verständnis, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.

Gerade in einer Zeit zunehmender Polarisierung stehen Sie für einen Dialog, der auf Argumenten, gegenseitigem Respekt und historischer Verantwortung beruht – und der die demokratische Auseinandersetzung nicht als Bedrohung, sondern als Grundlage unseres Zusammenlebens begreift. Ihre Klarheit im Umgang mit Rechtsextremismus, Ihre Standhaftigkeit gegenüber Antisemitismus und konsequente Verteidigung der Menschenwürde haben unser Gemeinwesen nachhaltig geprägt.

Preisträger 2025

Mit seiner empathischen, kreativen und authentischen Art schafft er etwas Seltenes: Er macht Pflege menschlich, greifbar und würdevoll sichtbar. Dabei fördert Er einen Dialog, der in unserer Gesellschaft oft fehlt: zwischen Jung und Alt, zwischen Professionellen und Angehörigen, zwischen Pflegebedürftigen und der Öffentlichkeit. 

Sein Engagement zeigt eindrucksvoll, dass sozialer Dialog nicht nur in Gremien oder Podien stattfindet, sondern im Alltag, in Begegnungen, im liebevollen Umgang mit Menschen. Er trägt mit Ihren Inhalten dazu bei, gesellschaftliche Vorurteile abzubauen, Berührungsängste zu mindern und neue Perspektiven auf Altern, Pflege und menschliche Beziehungen zu ermöglichen. 

Insbesondere junge Menschen – darunter viele mit Migrationsgeschichte – fühlen sich durch ihn ermutigt, soziale Berufe als wertvoll und sinnstiftend wahrzunehmen. Damit leistet er einen Beitrag zur Förderung sozialer Gerechtigkeit, Teilhabe und gegenseitigen Verständigung.

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Ihre Zusammenarbeit als deutsch-palästinensisch und jüdisch-israelisch geprägtes Tandem ist in ihrer Offenheit, Authentizität und Wirkkraft beispielhaft für den gelebten Dialog zwischen Kulturen, Religionen und politischen Realitäten. 

Besonders beeindruckt hat uns, wie sie in ihren Formaten jungen Menschen einen Raum eröffnen, in dem Schmerz, Wut, Trauer und Fragen zum Nahostkonflikt nicht gegeneinander ausgespielt, sondern in Beziehung zueinander gesetzt werden. Damit ermöglichen sie Perspektivwechsel, Empathie und Verständigung, wo oft Sprachlosigkeit herrscht.

Sie gehen mit ihrer persönlichen Geschichte und Haltung bewusst in den öffentlichen Raum, nehmen Risiken in Kauf und bleiben dabei stets dialogbereit. Diese Haltung ist für uns preiswürdig und von großer gesellschaftlicher Bedeutung.

Ihre Arbeit ist heute bedeutender denn je – als Impulsgeberin für Verständigung, als Stimme der Versöhnung und als Brücke in eine offene, vielfältige Zukunft.

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Sein jahrzehntelanger und unermüdlicher Einsatz für den gesellschaftlichen Dialog – zwischen Ost und West, den Religionen, Generationen und politischen Lagern – macht Wolfgang Thierse zu einer herausragenden und prägenden Stimme der demokratischen Kultur in Deutschland. Ob als Präsident des Deutschen Bundestages (1998-2005) oder engagierter Intellektueller: Er hat stets zugehört, vermittelt und mit beeindruckender Beharrlichkeit verbunden. 

Er hat die tiefen Brüche der deutschen Geschichte nicht nur miterlebt, sondern sich aktiv und mit großem persönlichem Einsatz dem Bau von Brücken gewidmet. 

Als erster Ostdeutscher im zweithöchsten Amt des Staates nach der Wiedervereinigung verkörperte er die Hoffnung, an der Vollendung der inneren Einheit Deutschlands mitzuwirken.

Mit seinem Lebenswerk beweist er eindrucksvoll, wie kraftvoll und unverzichtbar ein Dialog ist, wenn er von Bildung, Gewissen und dem tiefen, unerschütterlichen Willen zum Miteinander getragen wird.

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Ihre Arbeit ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie akademische Forschung und zivilgesellschaftliches Handeln ineinandergreifen können, um Brücken in einer zerrissenen Welt zu bauen. 

Die von ihnen initiierte „European Wasatia Graduate School for Peace and Conflict Resolution“ an der Europa-Universität Flensburg ist ein weltweit einzigartiges Projekt. Sie verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit gelebter interkultureller Vielfalt und schafft einen geschützten Raum für Nachwuchsforscherinnen und -forscher aus Deutschland, Israel, Palästina und anderen Krisenregionen. Damit fördern sie nicht nur akademische Kompetenz auf höchstem Niveau, sondern vermitteln auch praktische Dialogfähigkeiten und stärken den Mut zur Versöhnung unter komplexesten Bedingungen. 

Ihre Arbeit beweist eindrucksvoll, dass der Weg zum Frieden über den Dialog führt – einen Dialog, der auf Wissen, Empathie und dem unbedingten Willen zur Verständigung basiert.

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